Acht Uhr morgens am Sprachdenkmal, auf dem Parkplatz stehen zwei Autos. Die Sonne kommt über die Berge im Osten, und die Granitkuppen über dir werden erst grau, dann fast weiß. Unten wacht die Stadt auf. Acht Orte reichen, um Paarl zu verstehen, und sechs davon liegen am Berg oder an der Main Street.
Jeder hat eine eigene Seite mit Zeiten, Eintritt und der Frage, wie lange du brauchst. Die Reihenfolge ist kein Ranking. Sie folgt dem Weg: erst hinauf auf den Berg, dann hinunter in die Stadt, zuletzt ins Tal.
- Orte
- 8drei am Berg, drei in der Stadt, zwei im Tal
- Bergreservat
- werktags freiam Wochenende mit Eintritt
- Main Street
- 11 kmnach örtlichen Angaben die längste des Landes
- Strooidakkerk
- 1805älteste noch genutzte Kirche Südafrikas
Auf dem Paarl Mountain
Der Granitberg über der Stadt, mit Denkmal, Aussichtsstraße und Wegen durch den Fynbos. Du fährst hinauf und bist in zehn Minuten über den Dächern.
- Afrikaans-Sprachdenkmal Betonsäulen am Hang des Paarl Mountain, gebaut 1975 für eine Sprache, mit Blick über das ganze Tal.
- Paarl Rock und Paarl Mountain Nature Reserve Drei Granitkuppen über der Stadt, ein Weg ab dem Wildblumengarten und am Ende eine Kette im Fels.
- Jan Phillips Mountain Drive Knapp elf Kilometer Schotter an der Flanke des Bergs, mit der Stadt unter dir und den Wegen ins Reservat.

In der Stadt: Main Street und Museen
Zwei alte Kirchen, Giebelhäuser unter Eichen und zwei Museen, die du zu Fuß verbindest. Das Taalmuseum hat nur werktags offen, das Paarl Museum auch am Samstagvormittag.
- Main Street mit Strooidakkerk und Toringkerk Elf Kilometer Hauptstraße unter Eichen, mit der ältesten noch genutzten Kirche des Landes.
- Afrikaans-Sprachmuseum (Taalmuseum) Das Wohnhaus, in dem Afrikaans 1875 seinen ersten Verein bekam, mit der Presse der ersten Zeitung.
- Paarl Museum (Oude Pastorie) Das alte Pfarrhaus von 1787, mit kapholländischen Schränken, Silber und einer eingerichteten Küche.
Im Tal: am Fluss und am Gefängnistor
Unten am Berg River ein Park mit Bäumen aus sechs Kontinenten. Weiter südöstlich das Tor, durch das Nelson Mandela 1990 in die Freiheit ging. Dafür brauchst du das Auto.
- Paarl Arboretum Ein Baumpark am Berg River, in dem du in einer Stunde über sechs Kontinente läufst.
- Mandela-Statue am Drakenstein-Gefängnis Das Tor, durch das Mandela 1990 frei wurde. Die Statue davor kannst du sehen, das Haus dahinter nicht.
Ein Tag, zwei Tage
Mit einem Tag fährst du morgens zum Sprachdenkmal und gehst danach im Reservat hinauf zum Paarl Rock. Mittags bist du zurück in der Stadt. Am Nachmittag kommen Taalmuseum und Paarl Museum dran, danach die Main Street zu Fuß von der Strooidakkerk bis zur Toringkerk. Das geht nur unter der Woche, denn das Taalmuseum hat am Wochenende zu.
Mit zwei Tagen wird es ruhiger. Den zweiten Morgen verbringst du im Arboretum am Fluss, den Nachmittag auf dem Jan Phillips Mountain Drive oder auf einem Weingut. Die Mandela-Statue legst du auf den Weg nach Franschhoek, sie steht an der R301 und kostet dich eine Viertelstunde.
Wie Paarl zu seinem Namen kam
Lange vor den Europäern weideten hier die Cochoqua ihr Vieh, eine Gruppe der Khoikhoi mit 16.000 bis 18.000 Menschen. Den Berg nannten sie Schildkrötenberg. Am 22. Oktober 1657 erreichte Abraham Gabbema das Tal, auf der Suche nach Handelspartnern im Landesinneren. Nach einem Regen glänzten die Granitkuppen in der Sonne, und er nannte den Berg „Diamant en Peerlbergh“. Aus dem zweiten Teil wurde der Name der Stadt.
1687 vergab Gouverneur Simon van der Stel die ersten Farmen im Tal an freie Bürger. Ein Jahr später kamen die Hugenotten aus Frankreich und ließen sich auf Farmen der Gegend nieder. Knapp zweihundert Jahre danach wurde Paarl zum Ausgangspunkt der Schriftsprache Afrikaans: Am 14. August 1875 gründete sich im Haus von Gideon Malherbe das Genootskap van Regte Afrikaners. In dem Haus steht heute das Taalmuseum.
Quelle: Wikipedia, Artikel „Paarl“ (englisch) und „Paarl“ (deutsch).
Unser TippLeg deinen Tag in Paarl auf einen Werktag. Dann kostet das Reservat am Paarl Rock keinen Eintritt, und das Taalmuseum hat offen, das am Wochenende zubleibt.
Häufige Fragen zu den Sehenswürdigkeiten
Was muss man in Paarl gesehen haben?
Das Afrikaans-Sprachdenkmal und den Paarl Rock am Paarl Mountain, die Main Street mit der Strooidakkerk von 1805 und das Taalmuseum im Haus von Gideon Malherbe. Mit dem Auto kommt die Mandela-Statue vor dem Drakenstein-Gefängnis dazu.
Reicht ein Tag für Paarl?
Für Sprachdenkmal, Paarl Rock, die beiden Museen und die Main Street reicht ein Werktag, wenn du früh startest. Mit einem zweiten Tag kommen das Arboretum am Berg River, der Jan Phillips Mountain Drive und ein Weingut dazu.
Warum heißt Paarl Paarl?
Der Name geht auf Abraham Gabbema zurück, der 1657 die nach einem Regen glänzenden Granitkuppen über dem Tal sah und den Berg „Diamant en Peerlbergh“ nannte. Aus dem zweiten Teil wurde der Name der Stadt.
Was hat Paarl mit Afrikaans zu tun?
In Paarl gründete sich 1875 das Genootskap van Regte Afrikaners, das Afrikaans als Schriftsprache durchsetzen wollte und 1876 die erste Zeitung in dieser Sprache herausbrachte. Daran erinnern das Taalmuseum in der Stadt und das Sprachdenkmal am Berg.
Kann man in Paarl sehen, wo Mandela freigelassen wurde?
Von außen ja. Vor dem Tor des Drakenstein Correctional Centre, früher Victor Verster, an der R301 zwischen Paarl und Franschhoek steht eine Mandela-Statue. Das Gefängnis selbst und das Haus, in dem er lebte, sind nicht zugänglich.
